ABI-Ausstellung: Dzaleka Refugee Camp in Malawi

Veröffentlicht von Ursula Schwarzer 16. Februar 2022

Das August Bebel Institut lädt ein zur Ausstellung: Dzaleka – Transformative Kunst aus Malawis größtem Flüchtlingslager

Flucht gehört ohne Zweifel zu den größten Herausforderungen der Geggenwart. Die eurozentrische Wahrnehmung, das Epizentrum sogenannter Flüchtlingskrisen zu sein, ist jedoch weit von der Realität entfernt. Rund 86 % der Geflüchteten weltweit leben in Ländern mit niedrigem Einkommen vor allem in Afrika und Asien. Das Dzaleka Refugee Camp in Malawi ist eines der größten Flüchtlingslager des afrikanischen Kontinents. Trotz der hohen Aufnahmabereitschaft Malawis sind die Lebensbedingungen im Camp geprägt von wachsendem Hunger, Armut und Perspektivlosigkeit. Die individuellen Freiheiten sind durch die malawische Regierung stark eingeschränkt und es fehlt an humaner Hilfe.

In diesem schwierigen Umfeld erkannten John Kazadi und Akili Mali Matala Djanny, zwei junge Geflüchtete aus dem Kongo, das transformative Potenzial von Kunst. Im Jahr 2018 gründete John Kazadi mit einer Gruppe junger Geflüchteter „The Branches Arts“, ein Künstler*innenkollektiv und interkulturelles Jugendzentrum, das junge Menschen in Dzaleka unabhängig von ihrer Herkunft und Sprache zusammenbringt. Akili Mali Matala Djanny gründete 2017 die Fotogruppe „Vision Arts“, die die vielschichtigen Lebensrealitäten im Lager porträtiert. Mit ihrer Kunst widersetzen sich die beiden Kollektive der geflüchteten Menschen zugeschriebenen passiven Rolle in der Gesellschaft. Sie verdeutlichen, wie Kreativität, kulturelle Vielfalt und Gemeinschaftssinn zur Selbstbestimmung beitragen können. Die Ausstellung im ABI trägt diese Botschaft nach Berlin, um das hiesige Narrativ zu Geflüchteten zu hinterfragen.

  • Öffnungszeiten: Di-Fr 14-18 Uhr (2G+)